Arbeitsanalyse / Methoden
Zeitstudie
► In ihr werden die Zeiten ermittelt, die zur Durchführung von bestimmten Arbeiten (Arbeitsvorgängen)
erforderlich sind. Das Verfahren wurde in der Industrie entwickelt, um eine klare Bemessungsgrundlage
für die Bestimmung von Akkordeinheiten zu erhalten.
► Zeitstudien sind vor allem bei manuellen Arbeiten und rein mechanischen Vorgängen anwendbar. Bei
anderen Arbeiten – kreativen Tätigkeiten oder Umgang mit Kunden – ist eine Zeitstudienanalyse kaum
möglich.
▪ Rüstzeit
▪ Hauptzeit
▪ Nebenzeit
▪ Verteilzeit
▪ Erholungszeit
Mengen- und Häufigkeitsstudie
► Mit ihr werden Frequenzen (z. B.. Die für den Einzelhandel so wichtige Kundenfrequenz), Mengen (z. B.
der Umsatz zu bestimmten Tageszeiten oder Wochentagen), Häufigkeiten (z. B. der anteiligen
Beschäftigungsart einer Verkaufskraft), Verteilung (z. B. der einzelnen Arbeitsarten, die eine Verkaufskraft
zu erbringen hat) und Wahrscheinlichkeiten ermittelt (z. B. die Wahrscheinlichkeit der Kundennachfrage
im saisonalen Ablauf), die u. a. wichtig ist für den richtigen Personaleinsatz.
► Dabei werden zwei wichtige Verfahren angewendet, die für den Einzelhandel große praktische
Bedeutung haben:
▪ Multimomentverfahren
▪ Die zu untersuchende Tätigkeit (z. B. die Gesamttätigkeit von Verkaufskräften) wird in
Teiltätigkeiten zerlegt (z. B. Arbeiten mit Kundenkontakt, Verkaufsbereitschaft, usw.) und
über einen längeren Zeitraum hinweg beobachten.
▪ In Intervallen wird die im Moment dieser Beobachtung stattfindenden Tätigkeit aufgezeichnet.
Nach einer ausreichenden Anzahl von Beobachtungen ergibt sich daraus ein objektives
Bild über die Zusammensetzung der Tätigkeiten.
▪ Frequenzstudie
▪ Objekte und Vorgänge, die auf die Tätigkeit Einfluss haben, werden gezählt und auf die Zeit
bezogen ausgewertet.
▪ Die Ermittlung der notwendigen Daten kann auf verschiedene Weise geschehen:
▪ Auswertung der Kassenbons zur Ermittlung der Anzahl der kaufenden Kunden
Zählung der Kunden.
▪ Häufigkeit
▪ Frequenzen
▪ Verteilungen
▪ Wahrscheinlichkeiten
Arbeitsverteilungsstudie
► Hierbei wird untersucht, wie sich die anfallenden Arbeiten nach Art, Zweck und Zeitaufwand auf die
beschäftigten Personen verteilt. Dabei werden zunächst alle Aufgaben und die damit verbundenen
Tätigkeiten des zu untersuchenden Bereichs ermittelt und in eine Aufgabenliste eingetragen. Dann wird
ermittelt, welche Tätigkeiten die in diesem Bereich beschäftigten Personen ausführen; das Ergebnis
wird personenbezogen in eine Tätigkeitsliste eingetragen.
▪ Zweck der Studie
▪ Klar abgegrenzte Aufgaben- und Verantwortungsbereiche zu ermitteln, um Doppelarbeit und
Überschneidungen zu vermeiden.
▪ Gleichartige Arbeiten zusammenzufassen, um zu einer zweckmäßigen Arbeitsteilung bzw.
Spezialisierung zu gelangen.
▪ Den Spitzenanfall von Arbeiten zu analysieren, um ihn ausgleichen zu können.
▪ Aufgaben
▪ Belastung
▪ Tätigkeiten
▪ Auslastung
▪ Abgrenzung
▪ Kommunikation
Arbeitsablaufstudie
► Hierbei werden die zur Abwicklung des Gesamtvorgangs notwendigen Teilverrichtungen in ihrer
zeitlichen, personellen und räumlichen Folge erfasst , z. B. der Durchlauf einer Ware vom
Wareneingang bis zum Verkauf. Damit wird sichtbar, ob ein Arbeitsablauf logisch und rationell geordnet
ist oder ob es dabei Ungereimtheiten gibt, die ausgemerzt werden müssen.
▪ Arbeitsplatz
▪ Arbeitsablauf
▪ Arbeitstechnik
▪ Arbeitsgestaltung
Vergleichsstudie
► Kosten, Wirtschaftlichkeit oder Zweckmäßigkeit von Verfahren können durch Heranziehung von
Vergleichszahlen überprüft werden. Dies sind in der Handelspraxis z. B. Betriebsvergleichszahlen des
Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln, Zahlen aus dem Erfahrungsaustausch von
Unternehmen in Erfa-Gruppen, Angebote von unterschiedlichen Lieferanten.
▪ Kosten
▪ Verfahren
▪ Wirtschaftlichkeit
Bewegungsstudie
► Hier soll bei überwiegend mechanischen Arbeitsgängen der rationellste und gesundheitsschonenste
Weg der erforderlichen Bewegungen und Handlungen ermittelt werden.
▪ Belastungen
▪ Griffbereiche
▪ Schwierigkeiten
Arbeitswertstudie
► Die mit einer Stelle verbundenen Anforderungen und Erschwernisse werden untersucht und so bewertet,
dass daraus Erkenntnisse für eine Verbesserung der Stellenbesetzung und der Gehaltsfindung abgeleitet
werden können.
▪ Entlohnungen
▪ Anforderungen
Psychologische Arbeitsanalyse
► Eine psychologische Arbeitsanalyse soll die psychischen Handlungsanforderungen an der Schnittstelle
zwischen Individuum, Organisation und Technik erfassen. Zu diesem Zweck werden Arbeitsaufgaben
und -inhalte danach beschrieben und bewertet, welche psychischen – geistigen, motivationalen,
emotionalen und körperlichen Beanspruchungen jeweils damit verbunden sind.
▪ Ziel ist es jeweils, durch arbeitspsychologisch fundierte Maßnahmen der Arbeitsgestaltung:
▪ Die Effektivität und Produktivität der Arbeit zu steigern
▪ Krankheitsförderliche psychische Stress- und Ermüdungszustände sowie körperliche
Beschwerden zu vermeiden
▪ Lernangebote zur Qualifizierung zu schaffen
▪ Belastung
▪ Emotional
▪ Körperlich
▪ Motivational
▪ Geistig-psychisch
