Annuitätendarlehen
Bei einem Annuitätendarlehen bekommt der Kreditnehmer während der gesamten
Kreditlaufzeit eine gleichbleibende Kreditrate, bei der sich mit zunehmender Kreditrate der
Zins- und Tilgungsbeitrag verschieben. Dabei nimmt der Zinsanteil immer mehr ab und der
Tilgungsbeitrag steigt. Deswegen ist das Annuitätendarlehen die meist verbreitete Kreditart.
Das Annuitätendarlehen ist die am weitesten verbreitete Kreditart. Die Besonderheit dieser
Darlehensvariante besteht in der für den Kreditnehmer während der gesamten
Kreditlaufzeit gleichbleibenden Kreditrate.
Dies sorgt für Konstanz und erhöht die Planbarkeit. Innerhalb der monatlichen Rate
verschieben sich mit zunehmender Kreditlaufzeit jedoch Zins- und Tilgungsanteil. Während
der Zinsanteil abnimmt, erhöht sich der Ratenanteil für die Darlehenstilgung.
Der Kreditnehmer tilgt demnach mit zunehmender Laufzeit seines Kredites schneller, da der
auf die Restschuld anfallende Zinsbetrag immer geringer wird. Das Annuitätendarlehen ist
deshalb als Gegenstück zum sogenannten Tilgungsdarlehen zu verstehen, bei dem sich die
Kreditrate mit zunehmender Laufzeit reduziert.
Was ist ein Annuitätendarlehen?
Nehmen Privatpersonen einen Kredit auf, so müssen sie diesen inklusive Zinsen wieder an
die Bank zurückzahlen. Wie genau die Tilgung abläuft, ist vom Gesetzgeber allerdings nicht
vorgeschrieben und kann zwischen den Vertragsparteien frei vereinbart werden. Den
Standardfall stellt dabei das sogenannte Annuitätendarlehen dar. Das Prinzip: Über die
komplette Darlehenslaufzeit hinweg zahlen Kreditnehmer einen festen Monatsbetrag an die
Bank, der sich nicht verändert.
Diese monatliche Rate besteht sowohl aus einem Anteil für die Tilgung als auch den
Zinszahlungen. Im Laufe der Zeit verändert sich die Zusammensetzung der Monatsrate
stetig: Zu Beginn wird ein vergleichsweise kleiner Teil für die Tilgung aufgewendet, weil die
Restschuld noch hoch ist und sich die zu zahlenden Zinsen hieran bemessen. Verringert sich
die Kreditschuld dann nach und nach, so sinken auch die zu leistenden Zinszahlungen. Weil
die Höhe der Monatsrate an sich aber konstant bleibt, wächst folglich der Tilgungsanteil
immer stärker an.
Annuitätendarlehen – Beispielrechnung
Ein Kreditnehmer möchte ein Darlehen mit einer Nettokreditsumme in Höhe von 10.000
Euro bei einer Bank aufnehmen und dieses binnen 3 Jahren wieder abbezahlen. Aufgrund
der positiven Bonität des Kreditnehmers veranschlagt die Bank hierfür einen Effektivzins
von 4 Prozent p.a. Schon aus diesen drei Werten lässt sich jetzt die monatliche Annuität
berechnen, die über den kompletten Zeitraum der Kreditlaufzeit hinweg konstant bleibt. Sie
liegt in diesem Fall bei 294,92 Euro.
Im ersten Jahr leistet der Kreditnehmer insgesamt Zahlungen von 12 * 294,92 Euro =
3.539,06 Euro an die Bank. Hiervon entfallen 3.203,49 Euro auf die Tilgung, die restlichen
335,58 Euro sind Zinszahlungen. Durch die konstante Abbezahlung des Darlehens sieht die
Zusammensetzung im zweiten Vertragsjahr bereits anders aus:
• Gesamt:539,06 Euro
• Tilgung: 331,63 Euro
• Zinsen: 207,44 Euro
Noch geringer fällt die Zinslast im dritten Jahr aus, hier zahlt der Kreditnehmer nur noch
74,17 Euro, wohingegen 3.464,89 Euro auf die Tilgung entfallen.
Annuitätendarlehen – Definition & Erklärung – Zusammenfassung
• Das Annuitätendarlehen wird mit konstanten Monatsraten getilgt
• Allerdings verändert sich die Zusammensetzung der Rate über die Laufzeit hinweg
• Die Höhe des Tilgungsanteils steigt exponentiell an
