Anlegerschutz
Der Anlegerschutz soll das Risiko von falschen Investitionen auf dem grauen Kapitalmarkt
senken. Damit der Schutz sichergestellt werden kann, übernimmt die BaFin die
Kontrollfunktion.
Unter dem Anlegerschutz werden verschiedene Maßnahmen zum Schutz kleinerer und
mittlerer Privatanleger verstanden. Der Schutz wird über Gesetze und Institutionen
sichergestellt. Mit dem Anlegerschutz sollen private Investoren vor Kapitalbetrug,
Übervorteilung und irreführenden Angeboten geschützt werden. Damit die Richtlinien
eingehalten werden, übernimmt die BaFin die Kontrollfunktion. Eine weitere Organisation,
die sich für den Anlegerschutz einsetzt, ist die Deutsche Schutzvereinigung für
Wertpapierbesitz e. V.
Welche Maßnahmen dienen dem Anlegerschutz?
Der Staat hat in Deutschland mit dem „Gesetz zur Stärkung des Anlegerschutzes und
Verbesserung der Funktionsfähigkeit des Kapitalmarkts“ ein Gesetzeswerk eingeführt,
welches mit Hilfe verschiedener Maßnahmen Anleger besser schützen soll.
• Zulassungspflicht
Finanzdienstleister sind nach dem Gesetz verpflichtet, sich einer Zulassung zu
unterziehen. Dadurch wird den Aufsichtsbehörden die Kontrolle erleichtert, welche
Dienstleister am Markt tätig sind.
• Mehr Transparenz
Finanzdienstleister müssen bei der Beratung ein ausführliches
Produktinformationsblatt aushändigen. Dies schafft dem Anleger eine höhere
Transparenz und vereinfacht die Sichtung möglicher Risiken.
• Einrichtung eines Registers
Das Anlegerschutzgesetz sieht ein Register vor, in das sich jeder Anlageberater –
öffentlich einsehbar- eintragen muss.
• umfassende Qualifikation erforderlich
Im Anlegerschutzgesetz wurde festgehalten, dass Anleger nur von einem
Anlageberater beraten werden dürfen, wenn dieser eine Berufserfahrung von
mindestens fünf Jahren vorweisen kann.
Warum muss es einen Anlegerschutz geben?
Der Anlagerschutz soll vor allem kleinere Privatanleger vor finanzielle Verluste schützen
Der Staat hat den Anlegerschutz aus volkswirtschaftlichem Interesse zu seiner Aufgabe
gemacht. Nach Schätzungen der Verbraucherzentrale NRW gehen jährlich etwa 30
Milliarden Euro private Geldanlagen durch risikoreiche oder unseriöse Finanzprodukte
verloren.
Bei einem Sozialstaat wie Deutschland fallen diese Kosten langfristig dem Staat zur Last. Aus
diesem Grund hat die Bundesrepublik Deutschland ein besonderes Interesse daran, Anleger
vor solchen Fehlinvestitionen zu schützen.
Welche Kriterien hat der Anlegerschutz für Aktionäre?
Für Aktionäre gibt es noch weitere Maßnahmen zum Anlegerschutz:
• Es ist kein Ausschluss von Stimmrechten auf der Hauptversammlung möglich.
• Es gilt nur ein Stimmrecht pro Aktie.
• Abstimmung ist auch per Briefwahl möglich
• Minderheitsaktionäre unterliegen besonderem Schutzstatus.
• Altaktionäre sollten Bezugsrecht bei Erhöhung des Stammkapitals erhalten.
Anlegerschutz – Zusammenfassung
• Anlegerschutz soll das Risiko von falschen Investitionen auf dem grauen Kapitalmarkt
senken.
• Der Staat hat ein großes volkswirtschaftliches Interesse, private Anleger zu schützen.
• Kontrollorgan zur Umsetzung der Richtlinien ist die BaFin.
• Anlageschutzgesetz erhöht die Pflichten für Finanzdienstleistungsunternehmen.
