Alternativkosten (Opportunitätskosten)
Die Alternativkosten sind eines der grundlegendsten Prinzipien der
Wirtschaftswissenschaften. Sie bezeichnen fiktive Kosten, die durch den Verzicht auf die
Durchführung einer Alternative zugunsten einer zweiten Alternative entstehen.
Insbesondere kommen die Alternativkosten als Entscheidungshilfe bei Investitionen zum
Einsatz.
Alternativkosten sind keine Kosten im Sinne der Kosten- und Leistungsrechnung, sondern
sind eigentlich fiktive Kosten bzw. entgangene Erlöse.
Sie entstehen dann, wenn man sich bei mindestens zwei möglichen Investitionsalternativen
für die schlechtere entschieden hat. Auch wenn die gewählte Alternative A einen Gewinn
einbringt, die nicht gewählte Alternative B jedoch einen höheren Gewinn eingebracht hätte,
entstehen Alternativkosten. Sie sind in diesem Fall die Differenz zwischen den jeweiligen
Gewinnen von Alternative A und B.
Umgangssprachlich spricht man auch von „Kosten der Reue“ oder „Verzichtkosten“.
Für eine umfangreiche Erklärung, siehe Opportunitätskosten.
Ermittlung der Alternativkosten
In der Wirtschaft gilt der Grundsatz: „Es gibt immer mindestens zwei Optionen.“ Oftmals
bestehen diese Optionen daraus, eine bestimmte Veränderung durchzuführen oder dies zu
unterlassen. Klassischerweise stehen Unternehmen immer vor der Entscheidung, eine
Investition etwa in eine neue Maschine oder ein neues Gebäude zu vollziehen oder das
Kapital anderweitig zu verwenden bzw. am Kapitalmarkt anzulegen.
Um eine Vergleichbarkeit zwischen zwei Alternativen herzustellen, werden die sogenannten
Alternativkosten berechnet. Hierbei handelt es sich immer um die Kosten für die NichtDurchführung der zweitbesten Alternative. Oder andersherum ausgedrückt: Weil die
zweitbeste Alternative nicht durchgeführt wird, entgehen die hierdurch entstandenen
Umsätze bzw. Gewinne.
Beispiel für Alternativkosten
Die Definition des Begriffs der Alternativkosten mag auf den ersten Blick sperrig anmuten,
anhand eines Praxisbeispiels ist aber schnell klar, was gemeint ist:
• Ein Unternehmen verfügt über Geldmittel von 100.000 Euro
• Hiermit könnte eine neue Maschine gekauft werden
• Alternativ wird das Geld am Kapitalmarkt angelegt
Das Unternehmen möchte herausfinden, welche der Alternativen rentabler ist. Am
Kapitalmarkt würden in den kommenden 5 Jahren Erträge von insgesamt 5.000 Euro
erwirtschaftet werden, wobei diese absolut sicher seien. Kosten entstehen für die
Geldanlage nicht.
Wird hingegen die Maschine gekauft, so müsste diese Investition aufgrund der
Alternativkosten in den nächsten 5 Jahren mindestens 5.000 Euro an Gewinn
erwirtschaften. Andernfalls lohnt sich das Investment nicht. Im Rahmen der
Investitionsrechnung und auf Basis von Erfahrungswerten kann das Unternehmen ermitteln,
wie wahrscheinlich es ist, dass eben dieser Gewinn durch den Kauf der neuen Maschine
erwirtschaftet wird. Auch die Unsicherheit über den Ertrag kann in diese Berechnung
einfließen.
Alternativkosten – Definition & Erklärung – Zusammenfassung
• Alternativkosten stellen die Kosten bzw. den entgangenen Gewinn der nächstbesten
Alternative dar
• Damit dienen die Alternativkosten als Entscheidungshilfe
• In der Regel beurteilen Unternehmen auf dieser Basis, ob sich eine Investition ins
Unternehmen oder am Kapitalmarkt eher lohnt
