Aktiensplit
Bei einem von der Hauptversammlung beschlossenen Aktiensplit werden alte Aktien in
einem festgelegten Verhältnis gegen mehr neue Aktien eingetauscht. Dadurch wird der Kurs
der Wertpapiere reduziert, was allerdings nur psychologische und keine
vermögenstechnischen Auswirkungen hat.
Der Aktiensplit wird durchgeführt um eine Aktie in mehrere Aktien aufzuteilen. Die
Durchführung eines Splits bewirkt eine optische Verbilligung der Aktie und soll diese dadurch
besser handelbar machen. Es sollen also optisch hohe Aktienkurse vermieden werden.
Der Split ändert nichts am Besitzverhältnis des Aktionärs, da Kapital des Unternehmens
weiterhin anteilig zugeordnet wird.
Gründe für einen Aktiensplit
Steigt der Wert von Unternehmen in einem kurzen Zeitraum relativ stark an, so erhöhen sich
dementsprechend auch die Aktienkurse. Schließlich möchten viele Anleger an den
Gewinnen des Konzerns teilhaben und investieren Kapital in die Wertpapiere. Ab einem
gewissen Punkt erscheint die Aktie dann aber plötzlich als „zu teuer“, beispielsweise lag die
Amazon-Aktie Anfang 2017 bei einem Wert von über 800 Euro. Dieser vermeintlich hohe
Preis hat zwei Effekte:
• Psychologisch: Durch den hohen Preis scheuen einige Anleger die Investition rein aus
Gefühlsgründen heraus.
• Handelbarkeit: Für Kleinanleger stellen hohe Aktienpreise in der Tat eine Hürde für
Investitionen dar. Wollen sie beispielsweise 1.500 Euro in die angesprochene
Amazon-Aktie investieren, kann maximal ein Wertpapier zum Preis von 800 Euro
erworben werden.
Der rein psychologische Effekt ist irrational, aber nicht zu unterschätzen. Denn der Preis an
sich ist für die Aktie gerechtfertigt, schließlich besteht eine hohe Nachfrage. Allerdings
nimmt der Mensch hohe Preise automatisch als teuer wahr und verzichtet auf Investments.
Aus diesen Gründen führt das Unternehmen dann einen Aktiensplit durch. Dabei werden
alte Aktien in einem festgelegten Verhältnis gegen neue ausgetauscht. So reduziert sich der
Preis, ohne dass sich die Besitzverhältnisse ändern würden.
Beispiel für einen Aktiensplit
Angenommen, der Kurs eines Wertpapiers liege derzeit bei 1.000 Euro. Das Unternehmen
entschließt sich – nachdem die Hauptversammlung dem Vorhaben zugestimmt hat – dazu,
einen Aktiensplit durchzuführen. Die Aktien sollen dabei im Verhältnis 1:10 ausgetauscht
werden. Wer also vorher 10 Aktien im Wert von je 1.000 Euro gehalten hat, der ist nach
dem Split in Besitz von 100 Aktien zu je 100 Euro. Am Wert des Portfolios an sich hat sich
nichts verändert, wohl aber an der Handelbarkeit und dem subjektiv empfundenen Preis des
Wertpapiers.
Aktiensplit – Definition & Erklärung – Zusammenfassung
• Bei einem Aktiensplit werden alte Aktien in einem bestimmten Verhältnis gegen neue
Aktien ausgetauscht
• Dies hat lediglich einen Einfluss auf den Kurs des Wertpapiers
• Alle Besitzverhältnisse bleiben unverändert
