Abschreibungsmethode

Die Abschreibungsmethode beschreibt die Art und Weise, nach der die
Wertminderung von Vermögensgegenständen in einem Unternehmen erfasst wird.
Die Abschreibungsmethode erfasst die planmäßige Abschreibung von
Wirtschaftsgütern eines Unternehmens. Sie beschreibt damit den Wertverlust eines
Wirtschaftsgutes, das über die Dauer der Nutzung beispielsweise durch Abnutzung
entsteht.

Welche Abschreibungsmethoden gibt es?
Um den Werteverlust eines Wirtschaftsgutes im Zuge seiner Nutzung zu erfassen,
konnten bis vor einiger Zeit für die Abschreibung noch wahlweise unterschiedliche
Abschreibungsmethoden angewendet werden.
Mögliche Abschreibungsmethoden waren:
• Lineare Abschreibung
• Degressive Abschreibung
• Kombinierte Abschreibung
• Progressive Abschreibung
• Leistungsbezogene Abschreibung / Leistungsabschreibung
Die Art der Abschreibungsmethode ist für die Buchhaltung häufig nicht frei wählbar,
sondern vom Gesetzgeber vorgegeben. So ist die aktuell einzig gültige
Abschreibungsmethode die lineare Abschreibung.
Im Folgenden werden die unterschiedlichen Abschreibungsmethoden erklärt.

Lineare Abschreibung – aktuell gültige Abschreibungsmethode
Bei der linearen Abschreibung werden die Kosten eines Gegenstands gleichmäßig
auf die Nutzungsdauer verteilt. Somit wird unterstellt, dass sich ein
Vermögensgegenstand gleichmäßig über seine Nutzungsdauer hinweg abnutzt und
damit gleichmäßig an Wert verliert. Beispielsweise ist dies der Fall, wenn eine
Maschine aufgrund einer stabilen Nachfrage über ihre gesamte Nutzungsdauer
hinweg ungefähr gleich stark genutzt wird.
Beispiel: Lineare Abschreibungsmethode
Eine Maschine die 50.000 Euro kostet und 5 Jahre genutzt werden soll, wird im
Rahmen der linearen Abschreibungsmethode in jedem Jahr um 10.000 Euro
abgeschrieben.
Der Abschreibungsplan würde in diesem Fall wie folgt aussehen:
Periode Abschreibung Restwert
0 0 50.000
1 10.000 (=50.000*20%) 40.000
2 8.000 (=40.000*20%) 32.000
3 6.400 (=32.000*20%) 25.600
4 … …
Die Maschine ist laut linearer Abschreibung nach dem ersten Nutzungsjahr nur noch
40.000€ Wert, nach dem zweiten Jahr der Nutzung nur noch 30.000€ usw.
Hinweis: Die lineare Abschreibung ist aktuell die einzig steuerlich zulässige
Abschreibungsmethode.

Degressive Abschreibung – alternative Abschreibungsmethode
Bei der degressiven Abschreibung wird in jeder Periode ein bestimmter Prozentsatz
des Restwertes vom Vorjahr abgeschrieben. Der Abschreibungsbetrag fällt also
stetig – somit werden die ersten Nutzungsjahre stärker durch die Abschreibungen
belastet. Angewendet wurde diese Methode daher beispielsweise bei Maschinen aus
der Produktion, die in den Anfangsjahren aufgrund starker Nachfrage häufiger
genutzt werden – und somit auch einer höheren Abnutzung unterliegen – als später.
Da bei dieser Methode immer nur ein Teil des Restwertes abgeschrieben wird, kann
der Wert des betreffenden Gegenstands nie auf 0 sinken.
Zu den Formen der degressiven Abschreibung zählen:
• Geometrisch-degressive Abschreibung
• Arithmetisch-degressive Abschreibung
Beispiel: Geometrisch-degressive Abschreibungsmethode
Wenn wir also wieder die Maschine mit Anschaffungswert von 50.000 Euro
anschauen, diese aber nun jährlich um 20% abschrieben wird, sieht der
Abschreibungsplan wie folgt aus:
Periode Produzierte Schrauben Abschreibung Restwert
0 0 0 50.000
1 15.000 (=50.000*30%) 10.000 (=50.000/5) 35.000
2 10.500 (=35.000*30%) 8.750 (=35.000/4) 24.500
3 7.350 8.167 (24.500/3) 16.333
4 4.900 8.167 8.166
5 2.450 8.167 0
Nach dem ersten Jahr der Abschreibung sinkt der Wert der Maschine auf 35.000€. In
den Folgejahren sinkt der Wert aufgrund nachlassender Nachfragen immer weniger
schnell.
Neben der geometrisch-degressiven Abschreibung, bei der der Abschreibungsbetrag
jährlich um denselben Prozentsatz sinkt, gibt es auch noch eine andere Formen der
degressiven Abschreibung: Die arithmetisch-degressive Abschreibung. Dabei sinkt
der Abschreibungsbetrag jährlich um denselben Betrag.
Hinweis: Die Abschreibung nach der degressiven Abschreibungsmethode ist aktuell
nicht zulässig.

Progressive Abschreibung – alternative Abschreibungsmethode
Die progressive Abschreibung verhält sich genau umgekehrt zur degressiven
Abschreibung: Sie führt zu jährlich steigenden Abschreibungsbeträgen. Ihr Einsatz
war äußerst selten und spielte in der Regel nur in Ausnahmefällen eine Rolle,
beispielsweise bei Anlagen, die sukzessive hochgefahren werden, z.B. Kraftwerke.
Varianten der progressiven Abschreibungsmethode sind die geometrisch-progressive
Abschreibung und die arithmetisch-progressive Abschreibung.
Hinweis: Die Abschreibung nach der progressiven Abschreibungsmethode ist aktuell
nicht zulässig.
Kombinierte Abschreibung – Kombination mehrerer
Abschreibungsmethoden
Nach dieser Abschreibungsmethode werden verschiedene Abschreibungsmethoden
miteinander kombiniert, z.B. wird mit der degressiven Abschreibung begonnen und
dann nach einer Weile auf die lineare Abschreibung umgestellt.
In der Regel wird bei der degressiv-linearen Abschreibung in der Periode umgestellt,
in der die lineare Abschreibung erstmals über der degressiven Abschreibung liegt.
Für einige Zeit war diese Abschreibungsmethode steuerlich zugelassen. Für die
Unternehmer hatte das den Vorteil, dass sie Kosten früher geltend machen können
als mit der linearen Abschreibungsmethode und daher in den ersten Nutzungsjahren
ihre Steuerlast senken können.
Hinweis: Die Abschreibung nach der kombinierten Abschreibungsmethode ist aktuell
nicht zulässig.

Leistungsbezogene Abschreibung – flexible Abschreibungsmethode
Mit der leistungsbezogenen Abschreibung / Leistungsabschreibung werden die
Kosten eines Anlagegenstands in Abhängigkeit von ihrer Leistung auf die
Nutzungsperioden verteilt. Sie gibt somit den tatsächlichen Verschleiß eines
Vermögensgegenstandes wieder, der je nach Intensivität der Nutzung stärker oder
schwächer ausfallen kann. Dazu ist es notwendig, nicht nur die erwartete
Nutzungsdauer zu kennen, sondern auch die Gesamtleistung der Maschine.
Beispiel: Leistungsbezogene Abschreibungsmethode
Wieder soll unsere Maschine im Wert von 50.000 Euro als Beispiel dienen.
Wir wissen nun außerdem, dass die Maschine in ihrer Nutzungsdauer insgesamt
50.000 Schrauben produzieren kann. Für jede in einer Periode produzierte Schraube
wird daher eine Abschreibung von einem Euro vorgenommen. Der
Abschreibungsplan sieht nun wie folgt aus:
Periode Produzierte Schrauben Abschreibung Restwert
0 0 0 50.000
1 12.000 12.000 38.000
2 11.000 11.000 27.000
3 5.000 5.000 22.000
4 12.000 12.000 10.000
5 10.000 10.000 10.000
Analog zu der Anzahl produzierter Schrauben wird die Maschine nach jedem Jahr
also stärker oder schwächer abgeschrieben.